Brüderlichkeit
Unter Brüderlichkeit verstehen die Guttempler, anderen eine Leistung zu erbringen ohne dafür eine Gegenleistung einzufordern. Brüderlichkeit beinhaltet den Willen zur Nächstenliebe, was die Guttempler durch ihr Angebot der Hilfe zur Selbsthilfe deutlich ausdrücken. Brüderlichkeit beinhaltet, dass alle Menschen – ohne Rücksicht auf Hautfarbe, Geschlecht, Herkunft, Weltanschauung oder andere Besonderheiten – gleich behandelt werden. Dabei ist es unerheblich, ob diese Menschen Mitglied bei den Guttemplern sind oder nicht.
Ein freies, selbstbestimmtes Leben ist in der Abhängigkeit von Alkohol oder anderen Drogen nach Auffassung der Guttempler nicht möglich. Die Befreiung aus einer Abhängigkeit fällt durch die Zuwendung und Geborgenheit in einer Gemeinschaft von Menschen mit gleichen Erfahrungen sehr viel leichter. Für die Befreiung ist es notwendig, vorbehaltlos von solch einer Gemeinschaft angenommen zu werden. Brüderlichkeit fragt dabei nicht nach dem Lohn der geleisteten Hilfe.
In einer Organisation, die die gleichberechtigte Vielfalt von Weltanschauungen, politischen Meinungen und religiösen Glaubensrichtungen zum Grundsatz erklärt, kommt es zwangsläufig zu Meinungsverschiedenheiten und Auseinandersetzungen. Für die Guttempler beschreibt Brüderlichkeit dabei den Weg, wie diese Konflikte auszutragen sind, wie die gegensätzliche Auffassung zu respektieren ist.
Der Begriff Brüderlichkeit entstammt dem Drang nach Freiheit zu Zeiten der französischen Revolution, in der die sich ablösenden Gesellschaftsordnungen patriarchalisch strukturiert waren. Die Guttempler wollen heute Brüderlichkeit selbstverständlich auch auf die Frauen angewandt wissen.